Beitrag vom 25.09.2025, Oberberg Aktuell
Anfang September stürzten Massenproteste Nepal in eine tiefe politische Krise. Hauptsächlich junge Menschen waren auf die Straße gegangen, als die Regierung soziale Medien sperrte. Die Demonstranten prangerten dabei auch Korruption und Vetternwirtschaft an. Es kam zu tödlicher Gewalt, gefolgt vom Rücktritt des Premierministers Khadga Prasad Sharma Oli. Über die sozialen Medien hat Re:Help-Vereinsgründerin Renate Kotz mitverfolgt, welche schlimmen Auswirkungen die Proteste in Kathmandu hatten, heißt es in einer Mitteilung. „Ich konnte nicht glauben, dass ein so friedliches Volk, wie es die Nepalesen sind, so radikal handelt. Als ich sah, wie das Parlamentsgebäude brannte, war ich fassungslos.“, so Kotz. Aber sie könne die aufgestaute Wut und den Frust der Bevölkerung gut verstehen, denn seit dem Inkrafttreten der neuen demokratischen Verfassung im Jahr 2015 hatte Nepal bisher acht Regierungen. Und jede davon habe sich an Korruption überboten und wenig für die Bevölkerung getan, so die Mitteilung des Vereins.
Mit Sushila Karki, einer ehemalige Verfassungsrichterin an der Spitze, wurde eine Übergangsregierung gebildet, welche das Land bis zu den Neuwahlen im März 2026 regieren wird. „Erstmalig ist eine Frau nepalesische Premierministerin und ich habe große Hoffnung, dass sie im Sinne der Bevölkerung handeln wird, denn sie ist für ihren Kampf gegen die Korruption im ganzen Land bekannt.“, so Renate Kotz.
Etwas Sorge hatte die Vereinsgründerin um den Neubau der Schüler-Sanitäranlage im Bergdorf Rapcha, denn es war vorerst nicht abzusehen, wie sich die Massenproteste und der Sturz der Regierung auf die ländlichen Regionen auswirkt und Einfluß auf Sozialprojekte hat. Seit Anfang des Jahres werde an der örtlichen Sekundarschule fleissig am neuen Sanitärgebäude für die Schülerinnen und Schüler gebaut und damit wichtige Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen, erklärt der Verein.
Projektkoordinator Pancha Rai, welcher seit Vereinsgründung im Jahr 2013 alle Projekte in Rapcha betreut, konnte Entwarnung geben. „Hier im Dorf ist alles in bester Ordnung. Unser Bauprojekt schreitet gut voran und die politische Situation in unserem Land hat keine negativen Auswirkungen auf die Tätigkeiten von Re:Help in Nepal“, so Rai in einem Telefonat mit Renate Kotz. Sie wird sich Anfang November selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen, denn dann steht für sie die nächste Projektreise nach Nepal an.
Quelle: https://www.oberberg-aktuell.de/lokalmix/re-help-projekte-von-protesten-unbeeinflusst-a-122108




